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Unternehmenswandel: Emotionen entscheiden!

Von meinen Kunden werde ich häufig gefragt, wie es denn nun wirklich klappt mit Veränderungen, worin das eine Geheimnis oder der passende Kniff liegt, mit dem alles leicht und einfach wird. Früher hätte ich lange ausgeholt, heute stelle ich nur eine Frage:

Was tun Sie, um Ihre Mitarbeiter emotional mitzunehmen?

Das ist das ganze Geheimnis, zudem eine klare Erkenntnis aus der Psychologie und der Hirnforschung. Anders ausgedrückt: Fakten bringen zum Denken, Emotionen bringen zum Handeln. Das können Sie bei jedem Versuch beobachten, endlich abzunehmen oder mehr Sport zu machen. Im Kopf ist alles klar, Ernährungs- und Trainingspläne sind durchdacht und verstanden. Doch es passiert nichts, solange das Herz nicht dabei ist – wie auch im folgenden Beispiel.

Emotionale Ablehnung

Die Situation war verfahren und der gesamte Vorstand fragte sich, wie es dazu kommen konnte. Die Hälfte des Geschäftsjahres war um und keine einzige Business-Unit hatte ihre Umsatzziele auch nur annähernd erreicht. So konnte es nicht weitergehen, das Ruder musste herumgerissen werden, und zwar schnell. Zügig wurde ein Krisenplan mit sechs Punkten beschlossen: von der Verbesserung des Auftragseingangs und der Qualität bis hin zum Sparen bei den Reisekosten war alles dabei, was auch nur entfernt den Anschein erweckte, nützlich zu sein – leider alles nur Allgemeinplätze. Damit trat der Vorstand vor die Mitarbeiter, warb für Verständnis und bat um Unterstützung und Solidarität in schwierigen Zeiten.

Der Effekt: Die Mitarbeiter verließen teils schockiert, teils wütend den Saal, der Flurfunk lief heiß, sämtliche Aufmerksamkeit galt wochenlang der „Versammlung des Schreckens“ mit der Folge, dass an eine zielgerichtete Behebung der Missstände nicht zu denken war. Was war passiert? Anstatt mit der erhofften emotionalen Zustimmung haben die Mitarbeiter mit emotioaler Ablehnung reagiert. Der Krisenplan und seine Präsentation vermittelten Angst und Hilflosigkeit, zudem trafen die Maßnahmen viel zu wenig die Kernursachen. Anstatt die Kohlen aus dem Feuer zu holen, wurde das Feuer also kräftig angeheizt.

Über den eigenen Schatten springen

Was hätte der Vorstand anders machen müssen? Zunächst sich selbst fragen, was Menschen dazu bewegt, eine andere Richtung einzuschlagen, dann über den eigenen Schatten springen und Klartext reden. In der beschriebenen Krisensituation wären also hilfreich gewesen:

  • Die Vermittlung von Tatkraft und Zuversicht anstelle von Angst und Hilflosigkeit, z.B. mit der Erinnerung an in der Vergangenheit überwundene Kristen. Das schafft Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
  • Das klare Ansprechen und Anpacken der wahren Ursachen, die den Mitarbeitern ohnehin bekannt sind. Das schafft Glaubwürdigkeit.
  • Das Bekenntnis, dass das Management zu lange zugesehen und Weichen falsch gestellt hat, was nun korrigiert wird. Das schafft Respekt.

Das hätte zu einem Ruck bei den Mitarbeitern und zu emotionaler Zustimmung geführt. So wären die Kohlen aus dem Feuer geholt worden.

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